In Sibirien

Auf arte kam ein Film über einen Kurort am Baikalsee. Dort wurden 40 Jahre lang Studien darüber betrieben, welche Heilwirkung Fasten auf Krankheiten hat.

Irgendwie war es schwer, sich vorzustellen, dass die gezeigten Patienten krank seien, denn sie waren vom Körperbau her meist sehr schmal, ein Bild, das man von Deutschen eher nicht mehr so kennt. Einige Krankenschwestern und Patienten hatten asiatische Züge, was mich an Innas Aussage erinnerte, an der Grenze zu China würden viele russische Frauen Chinesen heiraten (weil die nicht trinken) und chinesische Frauen kommen wohl umgekehrt nach Russland. Putin habe diesen Teil des Landes vergessen, heißt es oft, und darum helfen sich die Leute selber.

Diese Studien, die dort betrieben wurden, sind nicht übersetzt worden, sondern lagern noch als Papierbündel in einem Schrank, aber es zeigten sich gute Ergebnisse. Ein Arzt, der die Studie weiterführt, erinnert mich physisch an einen Arzt, den ich kenne, und… der nicht nach Sibirien wollte, zumindest seine Frau nicht. Deshalb haben sie sich ihrer deutschen Wurzeln besonnen (vor 300 Jahren ausgewandert) und sind zurückgekommen. Die Sprache wurde anscheinend über Generationen gepflegt.

Nun, der Name des Kurortes, in dem dieses Sanatorium steht, war nicht so leicht herauszufinden, weil nicht selten Druck- und Schreibschrift fast willkürlich gemixt werden, und bei meinen flüchtigen Notizen hatte ich nicht alles erfasst. Über die Mediathek war glücklicherweise die Wiederholung zu sehen, was Aufklärung über den Ortsnamen brachte:  горячинск, oder [Gorjatszinsk], liegt in der Republik Burjatien am Baikalsee.

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