Freundin

Ich sehe Inna ja als meine Freundin und bin so froh, endlich jemanden gefunden zu haben, den ich als solche bezeichnen kann. Die ‚alten‘ Freundinnen, die schon lange keine mehr sind, stammten noch aus den Tagen, als die Kinder klein waren, und wenn ich recht überlege, ist es kein Wunder, dass diese Kontakte vorbei sind. Die Kinder sind groß und haben sich (im Lauf der Jahre) verändert, warum sollten Mütter (und Freundinnen) sich nicht verändern.

Aber aktiv auf Freundschaftssuche zu gehen erwies sich als holpriger Weg, der mehrere Jahre dauerte und etliche Verletzungen mit sich brachte. Die Erfahrungen haben mit vorsichtig gemacht.

Nun habe ich Inna. Sie wird vermutlich nicht mit mir machen, was ich mir vorstelle. Aber dann machen wir halt was anderes.

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Peter und Paul

Es müsste schon lange weggeblättert werden, dieses Kalenderbild, und trotzdem ist es noch da. Ich blicke wach darauf, um mir klar zu machen, was es mir sagt, ob es mir noch was sagt, und erkenne plötzlich, dass dieses Foto in Russland gemacht sein muss. Die unnatürlich lange Spitze der Kirche… sowas gibt es hier nicht, allenfalls in überhöhten Skizzen ausufernder Phantasie mächtiger Dombauherren.

Ich lese die Bildunterschrift und es ist tatsächlich… Petersburg. Anfangs sträubte ich mich gegen die russische Schreibweise Peterburg (ohne s), mittlerweile sehe ich es als Besonderheit, es so sagen zu dürfen.

Das Bild zeigt Joseph Brodsky, der der Fotografin das Panorama seiner Heimatstadt vom Dach der Peter-und-Paul-Festung aus zeigte.

In Sibirien

Auf arte kam ein Film über einen Kurort am Baikalsee. Dort wurden 40 Jahre lang Studien darüber betrieben, welche Heilwirkung Fasten auf Krankheiten hat.

Irgendwie war es schwer, sich vorzustellen, dass die gezeigten Patienten krank seien, denn sie waren vom Körperbau her meist sehr schmal, ein Bild, das man von Deutschen eher nicht mehr so kennt. Einige Krankenschwestern und Patienten hatten asiatische Züge, was mich an Innas Aussage erinnerte, an der Grenze zu China würden viele russische Frauen Chinesen heiraten (weil die nicht trinken) und chinesische Frauen kommen wohl umgekehrt nach Russland. Putin habe diesen Teil des Landes vergessen, heißt es oft, und darum helfen sich die Leute selber.

Diese Studien, die dort betrieben wurden, sind nicht übersetzt worden, sondern lagern noch als Papierbündel in einem Schrank, aber es zeigten sich gute Ergebnisse. Ein Arzt, der die Studie weiterführt, erinnert mich physisch an einen Arzt, den ich kenne, und… der nicht nach Sibirien wollte, zumindest seine Frau nicht. Deshalb haben sie sich ihrer deutschen Wurzeln besonnen (vor 300 Jahren ausgewandert) und sind zurückgekommen. Die Sprache wurde anscheinend über Generationen gepflegt.

Nun, der Name des Kurortes, in dem dieses Sanatorium steht, war nicht so leicht herauszufinden, weil nicht selten Druck- und Schreibschrift fast willkürlich gemixt werden, und bei meinen flüchtigen Notizen hatte ich nicht alles erfasst. Über die Mediathek war glücklicherweise die Wiederholung zu sehen, was Aufklärung über den Ortsnamen brachte:  горячинск, oder [Gorjatszinsk], liegt in der Republik Burjatien am Baikalsee.

Z wie Zugegeben

Zugegeben – mir hat die Sendung ziemlich gut gefallen, auch wenn die TV-Zeitschrift etwas von „verschenkt“ und „naiv kommentiert“ schrieb.

Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane ist eine grandiose Naturdoku. Sie berichtet über die großen Gebirge, die vielen Vulkane, die ungewöhnlichen Landschaften, die extremen Wetterbedingungen und die vom Aussterben bedrohte Tierwelt. Die Berichterstattung ist angenehm anerkennend – alles Andere wäre zuviel.