[nachinayem chitat‘ po-russki]

Zum Festigen meiner Sprachkenntnisse lese ich gerne kurze Geschichten in meiner Lernsprache.

Das Buch   начинаем читать по-русски   bietet einige davon. Die meisten Geschichten sind nicht besonders lang – mit großer Zeichnung, nicht sehr eng geschriebenem Text und Fragen dazu nehmen sie etwa zwei DIN A5 Seiten ein.

Die Texte haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Einige unbekannte Wörter sind direkt neben dem Text ins Englische übesetzt. Für mich, die ich seit neun Monaten diese Sprache lerne, bietet das Buch einige leichte Geschichten, für die ich etwa noch zehn weitere Wörter nachschlagen muss.

Da es oft schwierig ist, geeignete Übungsbücher zu bekommen, finde ich es toll, dass man dieses   hier   kostenlos herunterladen kann.

Nur Mut!

Möchte man ein Buch kaufen, ist es oft erfolgreicher, den Titel in Lautschrift ins Suchfeld der Online-Buchhandlungen einzugeben. Hier die Daten:

И.В. Курлова: начинаем читать по-русски [nachinayem chitat‘ po-russki]

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Wie ich lerne

Angeregt durch mamus Eintrag Wie ich lerne  möchte ich erzählen, wie ich Russisch lerne.

Ich besuche einen Kurs und bin mittlerweile im zweiten Semester. Die Lehrerin legt viel Wert auf Sprechen. Ich brauche aber das Schreiben. Deshalb wiederhole ich die Übungen zu Hause regelmäßig.

Zusätzlich zum Lehrbuch habe ich kürzlich ergänzende Übungen in Poechali! 1 gefunden, einem Übungsbuch für Erwachsene.

Außerdem kann ich Fragen im Unterricht stellen.

Was mir noch fehlt, sind Merksätze. Das gebrochene Deutsch der Lehrerin lässt zwar alles verstehen, aber die bruchstückhaften Äußerungen reichen nicht, um die Informationen zu festigen. Deshalb schreibe ich mir kurze Grammatikzusammenfassungen in der Länge eines Merksatzes selber.

Außerdem folge ich mamus Blog, die mir meist 6 Wochen voraus ist, und folge ihren Links. Durch dieses Lesen kann ich einiges wiederholen und bekomme eine Vorschau auf Kommendes.

Ich bin noch auf der Suche nach einem guten Grammatikbuch, fürchte aber auch, dass so ein Werk zu komplex für mein (noch) bescheidenes Wissen ist.

Übungsbuch Поехали!

http://www.amazon.de/Poechali-gehts-Russisch-Erwachsene-Teil/dp/3942987023/ref=oosr

Zweiter Sommertag!

Es ist so heiß in der Sonne, dass Lesen dort nicht möglich ist. Trotzdem muss ich aus dem zugigen Schatten immer wieder dorthin wandern. Nach zwei Stunden habe ich die Nase voll und gehe wieder ins Haus.

Dabei ist dies der zweite Sommertag!

Und vielleicht einer der letzten.

Die urlaubenden Nachbarn (mit dem Kind) scheinen wieder da zu sein. Dafür ist die andere Hälfte der Familie nun zur Erholung weggefahren. Fliegender Wechsel also.

Ich lese Lena Gorelik’s Sie sprechen aber gut Deutsch und bekomme bei ihren Ausführungen immer das Gefühl, dass manche Migranten MEHR haben. Sie haben zwei Kulturen, zwei Sprachen, zwei Pässe. So ein Otto-Normaldeutscher hat das nicht und soll trotzdem immer Toleranz üben, oder – neuerdings – Akzeptanz. Lena Gorelik kommt nämlich mit ihren Auffassungen von Deutschsein (aber mit zwei Pässen) auch ab und zu ins Schlingern. Und so hört Toleranz sich für sie eher wie Mitleid an und sie möchte dieses Wort ersetzt haben. Sie sucht auch nach einem anderen Wort für Migrant/Einwanderer mit Migrationshintergrund/Ausländer.

Wer das nun wissen will, muss das Buch aber selber lesen.

Lena Gorelik – Meine weißen Nächte

Ich habe Lena Gorelik’s Buch Meine weißen Nächte zu Ende gelesen. Zuerst… kam ich nicht so richtig durch, weil ich schöne Stellen so lange genießen und nicht mehr vergessen will, dass ich unmöglich weiter lesen kann. Ich würde nichts mehr aufnehmen können und das Fertiglesen wäre Verschwendung.

Nun hab ich es gelesen und will unbedingt so agieren, wie die beschriebene russische Familie. Mir ist langweilig, und die Idee, mich zur nächsten Russischstunde chauffieren zu lassen, mutiert zu der Vorstellung, ich könnte russische Gastfreundschaft aus dem Ärmel schütteln und die Russichgruppe zu mir nach Hause einladen – wär ja nur ein kleiner Umweg von 20 km zu mir. Sofort wird mir schlecht. Was hab ich da nur wieder gedacht! Seit 45 Jahren habe ich keine Mutter bzw. Elternfamilie mehr aber ich bilde mir ein, es einer Familie gleich tun zu können. Ich lege die Gedanken schnell ad acta und schiebe ein Stück Käse in den Mund. Käse schien es in Russland im Überfluss gegeben zu haben. Genauso wie es in Russland saubillige Sachen zu kaufen gibt aber auch (wie im Westen) sauteure.

Mir gefällt die Erzählweise und die offene Art Lena Gorelik’s, die einen an ihren Gedanken teilhaben lässt. Manchmal bildet sich im eigenen Kopf eine Fortsetzung der Andeutungen, die sich dann doch nicht als richtig erweist. Vielleicht ist auch manches gelogen (die Leute lügen doch so gerne! Das ist ihr Geschäft!)

Wenn es jetzt noch etwas zum Buch zu schreiben gibt, schreibe ich es auf die Bücherseite, wenn nicht, dann nicht.

Schatz

As time goes by I don’t know any more WHERE to blog.

Ich habe ein Buch bestellt , von dem ich irrtümlicherweise annahm, es gäbe nur noch ein Exemplar, und dieses wollte ich mir – naturellement – sichern.
Nun ist es aber so, dass sich wieder EIN Exemplar zum Kauf bietet. Nun ja.

Ursprünglich entdeckt habe ich das Buch auf einer russischen Seite, mit englischer Überschrift betitelt und in deutsch geschrieben. Ein GANZES Buch (oder nahezu, ich hab es nicht kontrolliert) eingescannt und abrufbar, und wollte man etwas daraus nacharbeiten, ginge das vermutlich.
Nur – das Forum wollte den Link nicht und ich vermute, das Blog will ihn auch nicht. Deshalb bleibt dieser Schatz also den russischen Quiltern vorbehalten.

Wie gut!

Wie gut, dass man in MediathekenTV-Sendungen wiederholt ansehen kann. So kann man Lücken, die beim Fernsehen entstehen, schnell auffrischen. Denis Schenk mit seiner knapp 10minütigen Sendung „Druckfrisch“ war mein Suchziel und ich sollte erfolgreich sein. Er sagt darin über das Buch „Der Fluch der bösen Tat“ von Peter Scholl-Latour:

Das Vermächtnis des brillianten Welterklärer Peter Scholl-Latour markiert beim Wiederlesen umso deutlicher die Lücke, die sein Tod hinterlässt. Hätte Scholl-Latour dem Westen auch heute noch geraten, auf Putins Russland zu setzen, um den Islamismus einzudämmen? Da hilft nichts als selber denken. Dieses Buch ist eine Anstiftung dazu.

Ich glaube diesen Gedanken von Denis Schenk auf’s Wort. Deshalb also schaut der Westen so aufmerksam auf Putin und versucht, sich ihm anzunähern? Und das ganze Gedöns mit der Ukraine geschieht nicht wegen diesem Land, sondern um von und mit Putin (also gemeinsam?) zu lernen, wie Demokratie auch dort (und dort… und dort) gehen könnte?

Seine Abfuhr mussten ja Einige mit dem Leben bezahlen.

Und Nemcek! Schon als ich in den letzten Tagen seines Lebens hörte, wie die Presse über seine Ziele redete, wusste ich, dass Putin sich das nicht gefallen lassen würde. Aber man schreit lautlos (natürlich!). Eigene Gedanken zu den Nachrichten im Radio kann man sich fast sparen.

Kisten voller Bücher

Die Umstände beim Bucheinkauf waren verändert. Der Verkaufsraum heißt jetzt Showroom und man kann die Bücher nur noch ansehen und scannt sie bei Bedarf in den Warenkorb. Hinterher weiß man nicht mehr, was man ausgesucht hat.

Natürlich hatte ich alles im Griff. Als die Bücher meiner Kategorie ausgesucht waren, gab ich Entscheidungshilfe in einer anderen Kategorie. Dann wurde noch im übrigen Bestand gestöbert. Leider konnte man keine Bücher direkt mitnehmen, sonst hätten wir uns selbst welche geschenkt – dafür muss für nächstes Jahr noch eine Lösung gefunden werden.

Ich bin so gespannt, zu sehen, was wir ausgesucht haben, wenn ich die Kisten aufmache. Hoffentlich kommen sie bald.

L für Lesestart

Da ich nicht unwesentlich viel Zeit in Bibliotheken verbringe, kommen das ein oder andere Mal Aufgaben auf mich zu, vor denen ich mich richtig fürchte. Diesmal werde ich bei einer Veranstaltung Leuten etwas verklickern, das sie selbst wahrscheinlich am Besten wissen – zumindest habe ich bei einigen Zeitgenossen diesen Eindruck. Wäre da nicht der tiefe Wunsch, Kindern die Magie des geschriebenen (oder erzählten) Wortes vertraut zu machen, würde ich mich gar nicht auf diese Angelegenheit einlassen.

… es braucht ein ganzes Dorf

Ich bin immer allein, zuhause und auch unter Leuten.

Nein, das ist natürlich übertrieben. Aber ich bin schon meist allein und mittlerweile auch daran gewöhnt.

Er, der sich früher nicht um mich gekümmert hat, ärgert sich nun, dass ich immer am PC sitze. Aber ER war ja nicht für mich da. Und ich konnte mich auch nicht in den Sessel setzen und Löcher in die Luft starren. Und ich konnte nicht weggehen, denn dann hätte ich die Aufgeregtheiten von außen mit nach Hause gebracht, und wäre nicht damit fertig geworden.

Vielleicht ist es gut so. Jeder ist anders. Jedes Paar ist anders. Vergleichen braucht man sich mit niemandem. Die wenigsten verstehen einen, oder wollen einen verstehen.

Ich weiß auch nicht, wie meine Mutter war. Ich möchte es wissen, um zu werden, wie sie. Um mich innerlich zurücklehnen zu können und zu wissen, es ist alles in Ordnung, meine Mutter war so und ich bin so.

Statt dessen erschrecke ich vor den Reaktionen anderer und mache mir tiefste Vorwürfe über mein Verhalten. (Das kommt von meinem Vater. Wie sehr ich sein Verhalten übernommen habe!)

Aber ich komme dahinter, wie meine Mutter gewesen sein muss. Ich merke es an mir. Man wird man selbst.

Ich habe ein Büchlein auf dem Tisch, so groß wie eine Streichholzschachtel, mit afrikanischen Weisheiten. Schutzumschlag und Ränder sind schon etwas verblichen. Darin steht unter anderem, dass man zum Erziehen eines Kindes ein ganzes Dorf brauche. Ich finde den Satz schön, auch wenn ich ihn nicht jedem sagen würde.

Englisch

Wenn ich englische Bücher lese, schlage ich viele Wörter nach. Ich freue mich, wenn ich nach einer Weile feststelle, dass sich mein Wortschatz dadurch erweitert hat. Allerdings kann man es auch übertreiben – es gibt Momente, da lasse ich es und das ich dann auch oft der Punkt, wo sich entscheidet, lese ich die Geschichte überhaupt weiter oder lasse ich es sein.