Sprichwörter-Challenge A: Aller Anfang ist schwer

Wieder einmal angefixt von Modepraline, wage ich mich an die Sprichwörter-Challenge und hoffe, dass mir zu jedem Buchstaben etwas einfällt.

Modepraline sagt, dass sie hinterfragen will, ob die Sprichwörter denn auch – für sie – stimmen. Ich denke, manche versteht man gar nicht richtig. Ich kenne da ein paar, deren Sinn sich mir noch immer nicht erschlossen hat, obwohl ich sie schon oft genug gehört habe. Aber vielleicht komme ich ja im Lauf der Challenge darauf.

Anfangen will ich mit Aller Anfang ist schwer. Das ist zwar keine ungewöhnliches Sprichwort, und auch Daniela hat es ausgewählt, aber ich habe meine eigenen Gedanken dazu.

Ich denke bei diesem Sprichwort an den Aufstieg auf einen Berg im lichten Morgen und finde diesen Anfang überhaupt nicht schwer. Unangenehm mögen vielleicht die Vorbereitungen sein, aber auch das ist nicht sicher. Es sei denn, man will etwas nicht oder macht es pflichtgemäß oder notgedrungen. Dann mag der Anfang schwer sein, das gebe ich zu. Aber sonst – „Dinge in der Freude des ersten Augenblicks tun“ ist eine sehr schöne und leichte Sache. Schwierig werden erst die Wiederholungen, weil (oder: wenn) der Reiz des Neuen wegfällt.

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Z wie Zugegeben

Zugegeben – mir hat die Sendung ziemlich gut gefallen, auch wenn die TV-Zeitschrift etwas von „verschenkt“ und „naiv kommentiert“ schrieb.

Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane ist eine grandiose Naturdoku. Sie berichtet über die großen Gebirge, die vielen Vulkane, die ungewöhnlichen Landschaften, die extremen Wetterbedingungen und die vom Aussterben bedrohte Tierwelt. Die Berichterstattung ist angenehm anerkennend – alles Andere wäre zuviel.

Y wie (nicht ganz) Yeats

Wenn keine Notizzettel mehr in Reichweite sind, muss der gute Block herhalten.

Ich liege im Sessel und will mich ausruhen. Da die Ruhe unerträglich ist, zappe ich durch’s Programm und bleibe dort hängen, wo von dem 16stündigen Verhandlungsmarathon bzgl. der Ukraine berichtet wird. Man zeigt einen müden Putin und eine lächelnde Merkel mit Poroschenko (hab mir noch keine Gedanken gemacht, wie man den Namen schreibt). Im russischen Fernsehen wird genau umgekehrt berichtet, und während eine Matroshka meint, Putin habe das alles zum Guten gewendet, meint ein junger Student, dass wohl alle beteiligten Länder an dem Ergebnis mitgewirkt hätten.

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Warum soll man über jemanden Gutes sagen, wenn es Schlechtes auch gibt? Biene hat mich gebeten, ihr ein Bild zu schicken. Das war mit etwas Ärger verbunden, weil ich

a) dachte, es ihr schon vor langer Zeit geschickt zu haben

b) ihre E-Mail-Addy nicht mehr hatte und ich deshalb

c) bei ihr anrufen musste.

Sie nahm sich Zeit zu reden – wie das bei einschläfernden Menschen so ist. Ich rasselte meinen Text auch noch herunter.

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Du hast mich also weitergereicht.

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Der Sessel lässt nur geringe Bewegungsfreiheit zu und bei einer meiner Eingebungen formiert sich der Begriff Kindersitz. In einen Kindersitz geschnallt, kann sich ein Kind wohl kaum bewegen, aber ein Erwachsener weiß das nicht, weil er nie in dieser Lage ist – es sei denn, er hat einen verstellbaren Fernsehsessel.

Nun gut.

Ich habe mich soweit mit dem Sessel arrangiert, dass ich es schaffe, bequem seitlich zu liegen. Das erfordert natürlich Können!

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Die Heizung ist aus, ich warte auf die nächste Hitzewallung und darauf, dass der Wecker klingelt und ankündigt, dass die Frühlingsrollen fertig sind. Der Schneewittchenkuchen steht zum Abkühlen auf dem Kühlschrank.

Immer, wenn Rückenschmerzen auftreten, taxiere ich im Geiste die Zeit, die mir noch bleibt, um zum Schwimmen zu fahren. Anderthalb Stunden ist das Bad noch geöffnet? Nee, lohnt sich nicht. Es gibt sicher einen Einlassstopp und ich müsste auch erst noch die Tasche packen.

Warum mir jetzt das Schwimmbad einfällt? Das bisschen Computergeklipper heute hat anhaltende Spuren von Schmerz in meinem Arm hinterlassen, so dass ich freiwillig auf weiteres Surfen verzichtet habe. Diese ANDERE Muskelanspannung beim Schwimmen würde das wieder relativieren.

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Lässt sich da jetzt eine Brücke zum Ypsilon schlagen, DEM Buchstaben, über den ich als nächstes im Alphabet was schreiben muss? Yeti,Yoga, Yuppie – alles nichts. Das alte Lexikon schlägt Yeats vor, einen irischen Autor, und auch wenn er es nicht war, der mich inspiriert war, sondern fuerhilde, so darf Yeats doch in der Überschrift stehen.

W wie: wenn man nachts nicht schlafen kann

Wenn man nachts nicht schlafen kann… anscheinend geht es mehreren Leuten so.

Wenn man nachts nicht schlafen kann… nützt es zum Beispiel nichts, Probleme zu wälzen; weil man die Personen, mit denen die Probleme zu tun haben, grad nicht da hat. Also kann man getrost schlafen und Kräfte sammeln und morgens beim Zähneputzen (und dieser Zeitraum reicht!) entscheiden, wie man in der Sache vorgeht.

Wer gerne einschlafen möchte, kann sich auch in den Schlaf wiegen. Ja, verehrte Generation der Aufgeklärten! Auch Erwachsenen habe Grundbedürfnisse und brauchen manchmal entsprechende Beruhigung, um in den Schlaf zu finden. Das Stimulieren im Gleichgewichtsorgan des Ohres kommt dabei zu Hilfe. Schaukeln. Schäkern. Hüfte oder Becken. Solange, bis man müde ist. Sich Pausen genehmigen. Schaukeln… pausieren… schaukeln… Das Gleichgewichtsorgan  wird es danken.

Sollte man aktiv sein (wollen), kann man auch aufstehen und ungeliebte Tätigkeiten verrichten. Ist einem dies zu lästig, ruht man sich noch ein bisschen aus. Und ruht… und ruht…

V wie Verachtung

Ich werde diesen Blick nie vergessen.

Nachdem die Katze viele Male erschrocken war von den ruckartigen Bewegungen, die der Mensch mit seinem neuen Sitzmöbel machte, schien sie eines Tages zu begreifen, was es mit dem Ding auf sich hatte. Sie saß an der Tür, sah den Menschen im Sessel, der seinen Rücken anhob, mit den Armen nach vorne griff und dabei die Fußstütze  nach hinten drückte. In ihren Blick trat pure Verachtung, ob dieses lächerlichen Mechanismusses. Und fortan hatte sie die Handhabung begriffen und sprang erst vom Schoß ihres Menschen herunter, wenn sich die Fußstütze nach unten bog.

[pause]

Ich weiß, dass ich hinten dran bin, mit dem Schreiben von A-Z. Aber mir reicht die Zeit nicht, bzw. es fehlt die Eingebung und das Wohlbefinden, die Eingebung auszuarbeiten.

Als ich gerade bei der MODEPRALINE las, dass sie noch Wörter aus Umlauten macht, hab ich mich schon auf ein paar Tage Verlängerung gefreut. Aber sie machte sie – alas – in einem Aufwasch. Kein Grund zur Beschwerde allerdings, denn wer gearbeitet hat, soll auch ruhen. Und so kann sich Modepraline ausruhen, während andere weiter- oder fertig machen.

U wie Umzug

Ich beginne mich zu fragen, wer damals eigentlich umgezogen ist bzw. eine neue Immobilie eingerichtet hat. Mann alleine? Frau alleine? Mann und Frau zusammen? Keiner von beiden?

Ich bin im Alter von dreieinhalb Jahren umgezogen, auf einem Traktoranhänger auf dem Gerümpel sitzend. Zumindest hatte mein Vater das so geplant. Ob er sich damit durchgesetzt hat, oder ob ich diesen Fakt nur aus Erzählungen kenne, ist ungewiss. Jedoch die Strecke, die er geplant hatte, war gefährlich. Heute gibt es sie so nicht mehr. Damals aber befand sich dort ein steil abfallender Hohlweg, aufgeschüttet mit ein paar Steinbrocken, die sich zu den übrigen Steinen und Felsen des Weges gesellten. Beim Schlittenfahren störte das nicht und mit etwas Geschick konnte man auch darauf Fahrrad fahren. Nur mit einem vollbeladenen Anhänger mit einem Kind obendrauf wäre eine Durchfahrt undenkbar gewesen.

Aber angesichts der Tatsache, dass ich heute noch (gerne) auf Gerümpel sitze, könnte es durchaus so zugetragen haben.

S wie ?

Zu S fallen mir gleich mehrere Wörter ein (wie das so oft ist, entweder fällt mir gar nichts ein oder gleich so viel auf einmal, dass ich nicht weiß, wofür ich mich entscheiden soll).

Da wäre einmal S wie Schweiß, weil ich gestern wieder geschwitzt hab, dass mir das Wasser im Gesicht stand und die darauffolgende Scham, von der ich mir dachte, die nützt jetzt auch nichts. Und schließlich gäbe es da noch die Sorgen, weil ich schon wieder grüble, was ich falsch gemacht haben könnte. Die Schüchternheit haben wir auch noch.

Nach dem letzten Sprachkurs gingen wir noch ins Bistro, um den Abschluss des Semesters zu feiern. Als gegen Ende Innas Sohn zu uns stieß, um den Chaffeurdienst seiner Mutter in Anspruch zu nehmen, gingen ein paar der Gruppe nach draußen zum Rauchen. Ich – Schüchterne – blieb mit Mutter und Sohn zurück. Und anstatt zu quasseln (wie immer), stellt Inna diesmal Fragen an mich. Ich sah mich gefangen, fing an zu reden und zu schwitzen, und Inna saß so nah (quasi auf mir drauf), dass sie die Schweißperlen unmöglich übersehen haben konnte.

Natürlich mag ich sie.