Ein Jahr

Mein Mann ist krank.

Vor einem Jahr wurde er in die Intensivstation eingeliefert und hätte sie beinahe nicht mehr verlassen. Die Erkrankung hat große Schäden hinterlassen und ist auch nicht bezwungen.

Aber wir haben Zeit.

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Wer kann das schon verstehen? Ich habe es ja auch nicht verstanden, wenn andere nur über ihre erkrankten Familienmitglieder redeten.

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Dies ist mein Leben und ich mag es. Ich hoffe, dass mein Mann eine gute Zeit hat und vielleicht besser genesen kann, als die Ärzte es ihm zutrauen.

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Ohne ihn würde ich mich furchtbar einsam fühlen.

Aber da ist noch etwas: wenn es ihm gut geht und ich nicht täglich bei ihm sein muss, habe ich tatsächlich ein eigenes Leben. Und auch wenn mich dieses oft an meine eigenen Grenzen bringt, schaffe ich es doch immer wieder, einiges auszuprobieren.

Zur Zeit sammle ich Kleidungsstücke, die umgearbeitet werden müssen: aus zwei mach eins, sozusagen. Nur geht es im Kopf viel schneller voran als in der Praxis. Und die Vögel des Zweifels nisten sich in mein Haar. Dennoch sammle ich weiter.

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Weihnachtlich glänzet der Wald…

Wegen des Weihnachts-Endspurts muss die Zeit jetzt aber gut eingeteilt werden. Da sind keine Seitensprünge möglich, auch wenn ich es geschafft habe, meine Arbeitszeit von fünf auf vier Tage zu verkürzen.

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